Solltest Du Deinen Job kündigen?

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Unglücklich bei der Arbeit:
Solltest Du Deinen Job kündigen?

Nadine ist nur noch müde. Es fällt ihr schwer, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Es fühlt sich an wie Folter.

Vor einem Jahr hat sie eine Stelle als Marketingtrainee in einem großen Unternehmen angenommen. Der Wechsel von Hamburg nach München bedeutete, dass sie sich einen neuen Freundeskreis aufbauen musste. Inzwischen hat sie drei Freunde. Sie sagt: „Ich kann mich, wenn ich es schaffe, vielleicht mal am Wochenende mit den neuen Bekannten treffen, aber für alles andere bin ich zu kaputt.“ Nadine steckte all ihre Kraft und Zeit in ihren vermeintlichen Traumjob: „Nach fünf Monaten war ich total krank und ging trotzdem zur Arbeit. Es wurde von mir erwartet, weil ich ein Projekt beenden musste.“

Sie bekommt so viel Verantwortung, dass sie das Gefühl hat, nicht damit umgehen zu können. Ihre Vorgesetzte gibt ihr die Schuld, wenn etwas nicht klappt. Sie spricht mit ihren Chefs, sie will sich kreativ weiterentwickeln können und dürfen. Es hilft nichts. Auch das nächste Gespräch nicht.

Nadine zweifelt an sich, an dem Unternehmen und daran, dass es der richtige Beruf für sie ist.

Aber was macht man, wenn aus dem Traumjob ein Albtraum wird? Und wie erkennt man die Signale, die zeigen, dass man den Job wechseln sollte? 

Nadine sei kein Einzelfall, sagt Psychologin Inga Freienstein: „Was Nadine gerade erlebt, geht Vielen in den ersten Jahren des Berufslebens so. Um den Erwartungen von allen Seiten im Job gerecht zu werden, achten Berufseinsteiger oft nicht früh genug darauf, Erwartungen zu klären, und auf einen regelmäßigen Austausch mit Vorgesetzten und Teammitgliedern.“

Es komme leicht zu Missverständnissen, dadurch zu Überforderung. In der Folge passierten oft aus purem Stress Fehler, die zu Kritik und Vorwürfen führten. Nadine habe zwar bereits Gespräche mit ihrer Vorgesetzten geführt, entscheidend für das weitere Vorgehen sei aber, so Freienstein:

Dass zukünftige Gespräche nicht weiter in Schuldzuweisungen münden, sondern unbedingt die Klärung der gegenseitigen Erwartungshaltung zum Ziel haben.

Nadine ist sich nicht sicher, ob es sich um ein Problem mit den Vorgesetzten handelt, oder, ob der Beruf einfach der falsche ist. Wie sie herausfinden kann, ob sie in der richtigen Branche arbeitet, erklärt Markus Väth:

„Es ist wichtig, sich selbst und die eigene Gefühlslage in seinem Beruf ganz genau zu beobachten, und zwar während man seine Tätigkeit ausführt.“ Er rate dazu, das für etwa zwei Wochen zu tun. Danach solle man sich dann die Frage stellen: Gibt es Aufgaben, bei denen ich einen ‚Wow-Effekt‚ spüre? Aufgaben, die mich fachlich fordern und zugleich persönlich erfüllen?

Beantworte die folgenden Fragen, um festzustellen,
ob Du Dich beruflich neu orientieren solltest.

„Das bedeutet, dass mir die Aufgabe so viel Spaß macht, dass Nadine, oder jeder andere, dadurch wieder Kraft zurückbekommt – obwohl es Arbeit ist.“ Darauf solle man achten, und wenn möglich, diese Aufgaben aktiv suchen und in den Fokus stellen. Väth sagt allerdings auch: Wenn der Wow-Effekt dauerhaft ausbleibt, sollte man tatsächlich einen Berufswechsel in Betracht ziehen, da die Tiefenmotivation dadurch auf lange Sicht leidet.

Freienstein zufolge kann ebenfalls ein professionelles Coaching mehr Aufschluss über die richtige Berufswahl geben. Sie sagt aber auch, es gebe noch Handlungsspielräume, wenn man mit der Situation im Unternehmen unglücklich sei:

„Oft helfen in verhärteten Situationen Fragen auf der Metaebene und Wir-Botschaften: Fragen an die Vorgesetzten, wie ‚Wie erleben Sie unsere Zusammenarbeit? Was funktioniert gut und was wollen wir verändern?‘, können neue Einsichten bringen.“

Wenn aber auch solche Initiativen auf taube Ohren stoßen, sei es nach einem Jahr auch vertretbar, sich neu zu orientieren. „Zumal auch ein gut vorbereiteter Wechsel eine gewisse Zeit braucht“, sagt Freienstein.

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Ein wichtiger Schutzmechanismus sind gute und tragfähige Freundschaften. Wenn sie fehlten, potenziere das den Stress, so die Experten.

Berufliches Glück werde bedingt durch eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Ist die nicht vorhanden, gibt es Alarmsignale: 

  • starke Erschöpfungserscheinungen

  • häufiges Grübeln

  • Schlafprobleme

Sowohl Markus Väth als auch Inga Freienstein raten nach der Entscheidung für einen Arbeitsplatzwechsel, den Ausstieg in Ruhe vorzubereiten, sich mit neuen Arbeitgebern zu vernetzen und keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Außerdem sei es für die berufliche Zukunft wichtig, im Guten auseinanderzugehen. Inga Freienstein rät den Jobwechslern:

„Für die Zukunft hilft es, in der neuen Stelle frühzeitig das Gespräch zu suchen. Im Idealfall bereits nach einigen Wochen. Mit der Botschaft an den Chef oder die Chefin, wechselseitige Erwartungen zu besprechen und Feedback einzuholen. „Das gebe Sicherheit, und eröffne die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln.

Quelle: bento

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Über den Autor:

Seit 1992 • kompetenter Marketingexperte (Kundenmarketing), • eloquenter Beziehungsmanager (Personalberater) • motivierender Seminardozent und • erfahrener Karriere Marshal. Wenn Du Deine Qualifikationen authentisch, kreativ und leidenschaftlich zum Nutzen eines Unternehmens anbieten willst, dann gib den entsprechenden Suchbegriff in der Blog-Suche ein.

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