Die Notwendigkeit der bewussten Kompetenz!

Ich suche was Sie bieten

Diese Zeile las ich letztens auf einem Internet-Profil und es sollte wohl der Versuch sein, darauf aufmerksam zu machen, dass diese Person einen Job sucht.
Das nenn ich mal „knapp vorbei ist auch daneben“.
Gut, gut, ich sehe Deine ungläubige Miene und Du willst mir sagen: „Das hätte ich auch so gemacht“
Und ich sage Dir:“ Das hätten 99% der Bewerber so gemacht“

Frage: „Ja was nun“?

Antwort: „Nur weil es die Mehrheit macht, muss es nicht richtig sein und vor allen Dingen, es muss für dich nicht richtig sein“.

Woher kommt das, das man Sätze, Methoden und Maßnahmen übernimmt ohne darüber nachzudenken, ob es sinnvoll für die Präsentation der eigenen Qualifikationen ist.

Ich nenne Dir eine Möglichkeit.

Du bewegst Dich bei vielen Dingen, die Du täglich tust, im Bereich der „unbewussten Kompetenz“.
Das hilft Dir jetzt nicht wirklich weiter, deswegen erkläre ich Dir den Weg dahin, den Weg zur „unbewussten Kompetenz“.

1.  Ebene: Die unbewusste Inkompetenz

Da sehe ich in Deinen Augen ein dickes Fragezeichen und so geht es den meisten Teilnehmern meiner Seminare auch. Was ist die unbewusste Inkompetenz.
Eine sinnvolle Umschreibung dieses Begriffes wäre: „Du weißt nicht, das Du nichts weißt“.
Besser? – Na ja !
Ein Beispiel: Du bist ein junger Mensch der seit 4 Wochen laufen kann und Du hast etwas an den Füssen, das die großen Menschen immer Schuhe nennen.
Nach 1 Jahr bekommst Du wieder ein paar Schuhe, die sich aber grundlegend von den anderen Schuhen aus deinem Sortiment unterscheiden. An diesen Schuhen sind Bindfäden, anstelle dieser sehr praktischen Klettverschlüsse.

Was diese neuen Bindfäden an den Schuhen bedeuten ist dir völlig unklar und du weißt nichts damit anzufangen. Es interessiert dich noch nicht mal peripher, also am Rande.

Dir ist, wie man sagen würde, nicht bewusst, dass du nichts weißt. Zwischen Deinen neuen Schuhen und dir besteht der eindeutige Zustand der unbewussten Inkompetenz.

2.  Ebene: Bewusste Inkompetenz

Jetzt kommen die schlauen Eltern und zerstören diesen schönen Zustand des „ich weiß nicht das ich nichts weiß“ indem Sie dir erklären: Das sind Schuhbänder oder Schnürsenkel. Diese Schnürsenkel dienen dazu, das Deine Schuhe zu bleiben. Genauso wie der Klettverschluss, nur wesentlich eleganter.

Peng – jetzt ist Schluss mit dem Nichtwissen. Jetzt weißt Du, wozu diese Schnürsenkel gut sind und Dir wird klar: Ich weiß gar nicht, was ich damit machen soll.
Schon befindest Du Dich im Zustand der bewussten Inkompetenz. Jetzt weißt Du dass Du nichts weißt. Schluss ist mit dem herrlichen Zustand Null Erkenntnis, null Wissen, null Interesse null garnix.

3.  Ebene: Bewusste Kompetenz

Jetzt kommen wieder Deine Eltern ins Spiel und die erklären Dir, wie man mit den Schnürsenkeln die Schuhe zubindet.
Akribisch wird Dir verdeutlicht, wie einfach das doch ist und mit ein wenig Übung, bei Deiner Kreativität, bei Deinem Sinn fürs Praktische etc, etc, usw, pp.
Wer erinnert sich nicht an die mühevolle Knotenpraxis, bis der Schnürsenkel endlich der Bestimmung standhielt.
Jetzt bist Du im Zustand der bewussten Kompetenz.
Du weißt wozu der Schnürsenkel gut ist und Du kannst ihn perfekt knoten. Voila.

Das tust Du täglich und irgendwann brauchst Du gar nicht mehr darüber nachdenken und alles läuft wie „geschnitten Brot“. Doch – Vorsicht.

4.  Ebene: Unbewusste Kompetenz

Du befindest Dich in dem gefährlichen Zustand der unbewussten Kompetenz. Du weißt gar nicht was Du tust und wie Du es tust. Manche nennen das zu Recht auch Betriebsblindheit. Frag Dich mal oder Deinen Freund: „Kannst Du mir sofort detailliert erklären, wie du einen Schlips bindest“?

Das Ergebnis ist in der Regel verblüffend. Obwohl Du oder er tägl. seinen Schlips bindet, fällt es ihm schwer, das detailliert zu erklären. Was ist passiert?

Zurück zur Szene: Bis zum 2. Geburtstag Deines Kindes kannst Du Schnürsenkel binden ohne darüber nachzudenken.
Dann kommt der Tag der Wahrheit, Ihr habt eurem Kind Schuhe mit Schnürsenkeln geschenkt und Dein Kind guckt dich ungläubig an (unbewusste Inkompetenz) und Du sagst ihm, das ist zum Schuhe zu binden, anstelle der Klettverschlüsse (bewusste Inkompetenz).

Jetzt kommt der HAMMER. Du musst deinem Kind nun erklären, wie das geht, wie man Schnürsenkel bindet.
Was tust Du?

Richtig, Fortschritt durch Rückschritt.

Du begibst Dich von der 4. Ebene wieder zurück in die 3. Ebene, von der unbewußten Kompetenz in den Zustand der bewussten Kompetenz.
Du musst Dir seit Jahren mal wieder darüber klar werden: „Was tue ich da eigentlich?“
Und – das ist nicht so einfach.
Um Dein Kind in den Zustand der bewussten Kompetenz zu bringen ist es sehr oft erforderlich, sich selber wieder darüber klar zu werden, was man eigentlich tut und ob es sinnvoll ist und ob man das nicht verbessern kann und ob Du das nicht jetzt sofort angehen solltest und warum Du so lange damit gewartet hast und, und, und.

Also, verweile nicht zu lange in der 4. Ebene sondern begib dich so oft wie möglich in die Ebene der bewussten Kompetenz.
Du bist der Schmied Deiner Karriere und das tust Du selbstbewusst. Auf gut Deutsch: Du bist Dir über Dein eigenes Handeln bewusst.

Und nun zur Ausgangsfrage. Warum ist die Aussage Ich suche was Sie bietenein Griff ins Klo?
Richtig.

Hier offenbart sich Abhängigkeit, Unmündigkeit, fehlendes Selbstvertrauen und Bittstellung.

Hältst Du das für korrekt, für deine Persönlichkeit angemessen?
Nein, natürlich nicht, aber die meistens agieren so und zwar aus dem Zustand der unbewussten Kompetenz. Das war schon immer so und das wird immer so bleiben.

Also, zurück marsch, marsch.
Überlege was Du tust und warum Du es tust und wie Du es tun willst.

Du bist einmalig, unvergleichlich, außergewöhnlich. Dich gibt’s nur in dieser Verpackung mit diesem Inhalt.
Und das Gesamtpaket hat einen Namen und der lautet _______________________

Nun zur Frage, wie sollte die Aussage einer selbstbewussten JobFinderIn lauten, wenn wir als Beispiel die bekannte Aussage „Ich suche was Sie bieten“ zu Grunde legen.

Die nutzbringende Aussage unterscheidet sich nur durch die Auswechslung zweier entscheidender Worte.  Welche Worte sind das und wie lautet dann die Aussage:

 „Ich _____ was Sie ______“

 

Im Prinzip muss ich dem Unternehmen nicht die Möglichkeit geben, in irgend einer Form zu hinterfragen “Woher wissen die was ich suche?”.
Als JobFinderIn solltest Du sofort deutlich machen, das Du nicht nur weißt was die suchen, sondern vor allen Dingen was die brauchen.

Warum???

Du hast durch investigative Recherche ein Unternehmen gefunden, was Deine Qualifikationen gebrauchen kann.
Du weißt genau, warum Dich dieses Unternehmen braucht.
Du kennst Deine Qualifikation und den daraus erwachsenen Nutzen für die Firma.
Also lautet die richtige Antwort:

“Ich biete was sie brauchen”

Du willst es genau wissen: Hier kannst Du das E-Book bestellen oder abonniere die KarriereBlätter mit praktischen Tipps und innovativen Ideen.

Mit Worten beginnt fast alles.

Ich bin nicht weiter von Dir entfernt als
Dein Telefon – 04203 748449
oder nimm Kontakt zu mir auf

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