Was hälst Du von dieser Bewerbung?

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In meinen Webinaren und beim Coaching weise ich regelmäßig darauf hin, dass man aus den Bewerbungsunterlagen die Persönlichkeit des Bewerbenden erkennen sollte und somit eine Bewerbung entsprechend individuell gestalten muss.
Die folgende Bewerbung sucht an Individualität ihresgleichen und es drängt sich die Frage auf:

„Würdest Du an der Stelle eines HR Managers, diese Person zum Vorstellungsgespräch einladen?“

Steve Jobs gilt als innovativer Vordenker und seiner Zeit weit voraus. An einem Bewerbungsschreiben, das er mit 18 Jahren aufgesetzt hat und dieser Tage versteigert wird, ließe sich sein Talent und seine Leidenschaft jedoch nur schwer erkennen. Der spätere Apple-Gründer war entweder in Eile oder einfach nur gleichgültig, denn das Dokument strotzt vor Rechtschreibfehlern und nichtssagenden Angaben. Wir haben Personalverantwortliche gefragt, wie sie auf die Bewerbung blicken und ob sie das Genie der Tech-Legende womöglich trotzdem erkannt hätten. Expertinnen und Experten erzählen, was sie denken.

Interessant, wie Personalverantwortliche auf diese Bewerbung reagieren. Aus T3N digital pioneers


„Bewerbungsschreiben sind überholt“

„Im Recruiting-Prozess halte ich vor allem das Bewerbungsanschreiben für komplett überholt. Bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerber haben sie für mich ehrlich gesagt noch nie eine große Rolle gespielt. Der Lebenslauf und die Profile auf beruflichen Netzwerken entscheiden, ob man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Dort kommt es dann darauf an, seine persönliche Geschichte zu erzählen. Das ist wichtig und wiegt übrigens auch viel mehr als ein kleiner Rechtschreibfehler wie in der Bewerbung von Steve Jobs.“

Diana Styles, Chief People Officer bei N26


„Ich hätte ihn nicht eingeladen“

„Ich würde gerne etwas anderes sagen und so tun, als hätte ich seine Brillanz durch den damaligen CV gesehen, aber ich befürchte, ich hätte ihn wohl nicht eingeladen. Wobei mich die Form noch nicht einmal stört. Eher die fehlenden Inhalte. Ein CV ist ja sozusagen die Visitenkarte eines Bewerbenden, mit welcher sie oder er sich einem zukünftigen Arbeitgeber vorstellt. Da sollte man versuchen seine Skills und Fähigkeiten entsprechend zu vermarkten, um dem Gegenüber klar zu machen, dass man für diese Stelle optimal passt.“

Jan Helwerth, HR-Manager bei Robert Bosch Tools


„Eines hätte mich jedoch stutzig gemacht“

„Ich möchte Passion spüren und dazu gehört, dass Bewerbende sich Mühe geben. Ein kleiner Makel wie ein Rechtschreibfehler, ist dabei sicher kein KO-Argument. In Jobs‘ Fall hätten wir uns wohl alle gewünscht, einen Rohdiamanten auch unter solchen Bewerbungsschreiben entdecken zu können, aber es wäre wohl glatt gelogen, zu behaupten, hier sei es deutlich spürbar. Eines hätte mich jedoch stutzig gemacht: Er hat sich nicht an die angebotene Auswahl an Skills gehalten, sondern – seiner Zeit voraus – Design und Tech eingetragen.“

Carolin Lessoued, CEO und Mitgründerin von Openers


„Rechtschreibfehler sind kein absolutes No-go“

„Das Anschreiben gehört für die meisten Positionen bei uns der Vergangenheit an. Der Lebenslauf wird zum zentralen Aushängeschild der Kandidatinnen und Kandidaten. Rechtschreibfehler sind kein absolutes No-go, aber die passende Form sollte schon sitzen. Ein ansprechendes Design inklusive durchdachter Struktur erhöht die Chancen. Auch Social Networks dienen als Visitenkarte. Vermutlich hätten wir Steve Jobs dadurch heute direkt auf Xing gefunden und er hätte uns erst gar nicht so ein unmotiviertes Anschreiben schicken müssen.“

Tim Wiedemann, Senior Manager Human Resources bei New Work SE


„Ich hätte ihn ja gar nicht erreicht“

„Rechtschreibfehler sind kein No-go – wir sind alle nur Menschen. Schlimmer ist, wenn noch ein anderer Firmenname im Text auftaucht. Habe ich alles schon erlebt. Die Bewerbung von Jobs hätte mir jedoch zu wenig Aussagekraft gehabt. Eine direkte Kontaktmöglichkeit ist für mich ein echtes Muss. Heute, aber auch in die Vergangenheit geblickt, hätte ich mir mindestens eine Adresse gewünscht, um eine Einladung schicken zu können. Schon aufgrund dessen wäre er nicht in die nächste Runde gekommen. Ich hätte ihn ja gar nicht erreicht.

Juliane Lange, HR-Managerin bei yeebase Media


„Fünf nichtssagende Zeilen“

„Ganz ehrlich: Nur auf Grundlage dieser fünf Zeilen hätte ich Steve Jobs wahrscheinlich nicht eingeladen. Da hat er viel Potential sich vorzustellen, liegen lassen. Ich muss aber auch sagen: Bewerbungsschreiben sind für mich nur ein Zusatz zum Lebenslauf und nicht die Basis der Bewerbung. Ein Rechtschreibfehler ist auch kein Beinbruch. Wichtiger ist es, dem Lebenslauf eine persönliche Note zu verleihen, praxisnahe Beispiele aus früheren Projekten mitzugeben oder das Profil auf beruflichen Netzwerken aktuell zu halten.“

Katrin Nikolova, Teamlead Tech Recruiting bei About You


Ziehe daraus entsprechende Schlüsse für die eigene Darstellung Deiner fachlichen Persönlichkeit und erkenne; so unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich sind auch deren Meinungen zu dieser Bewerbung.
Es gibt im Bewerbungsprozeß nur einen Menschen den Du kennst und den Du beeinflussen kannst.
Das bist DU.

  • Du bist der Schmied Deiner Karriere.

  • Du bist der Maßstab Deiner Planung.

  • Du bist für Dein Handeln verantwortlich.

     


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