Vorsicht vor unqualifizierten oder gar unseriösen Personalvermittlern.

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Mein Mantra seit Jahrzehnten. Du bist der Schmied Deiner Karriere. Aber noch immer begeben sich viele JobFinderInnen in die Abhängigkeit von Personaldienstleistern und/ oder HeadHuntern.
Vorsicht – Der lukrative Markt zieht auch unqualifizierte oder gar unseriöse Vermittler an.


Woran Sie unseriöse Headhunter erkennen

Mit schlechten Personalberatern verschwendet man nur seine Zeit. Experten verraten, wodurch sich gute Headhunter auszeichnen – und was die im Gegenzug von Kandidaten erwarten.

Begehrte Stellen werden immer öfter durch Headhunter besetzt. Unternehmen zahlen hohe Vermittlungsgebühren, um den perfekten Bewerber quasi auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Für potentielle Interessenten kann es deshalb wichtig sein, möglichst früh auf dem Radar eines Headhunters zu landen. Dennoch ist es nicht immer ein Grund zur Freude, wenn ein Personalberater anklopft. Der lukrative Markt zieht auch unqualifizierte oder gar unseriöse Vermittler an.

Nach der ersten Kontaktaufnahme folgt in der Regel ein ausführliches Gespräch. Dabei geht es nicht nur darum, dass die umworbene Fachkraft den Headhunter endgültig von ihren Qualitäten überzeugt. „Für Kandidaten sind solche Erstgespräche eine gute Möglichkeit, einen Headhunter kennenzulernen und somit auch einschätzen zu können, wie seriös ein Unternehmen agiert“, sagt Klaus Robert Biermann, Co-Geschäftsführer der BiermannNeff Headhunters GmbH.

Manch ein angeblicher Headhunter (auf Neudeutsch „Executive Search Berater“ genannt) ist nämlich womöglich gar nicht an einer konkreten Vermittlung interessiert. Schwarze Schafe der Zunft wollen lediglich persönliche Informationen abgreifen, um Unternehmen mit einer möglichst großen Datenbank vermeintlich geeigneter Kandidaten zu ködern. „Dabei geht es dann häufig nur um das reine Handeln mit Lebensläufen“, warnt Wolfram Tröger, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU).

Warnung vor Generalisten

Er empfiehlt deshalb, gleich zu Beginn das Fachwissen des Headhunters zu prüfen. Wenn der keine tiefergehenden Kenntnisse über das suchende Unternehmen und die Branche vorweisen könne, sei Skepsis angesagt. „Ein Headhunter ohne Spezialisierung bietet keinen Mehrwert. Das ist vergleichbar mit Medizinern“, erklärt Biermann. „Selbst der Überbegriff ‚Finanzbranche‘ wäre beispielsweise zu weit gefasst.“ Um die Spreu vom Weizen zu trennen lohnt sich zudem die Frage, ob der Personalberater die offerierte Stelle exklusiv anbietet, also ob nur er vom betreffenden Unternehmen mit der Kandidatensuche beauftragt wurde. Gute Headhunter arbeiten laut den Experten meist mit exklusivem Suchmandat.

Auch seriöse Anbieter aber haben nicht immer ein konkretes Mandat. Sie suchen Gespräche mitunter zur Netzwerkpflege, um später schneller den perfekten Kandidaten für eine offene Stelle parat zu haben. Dafür muss der Headhunter zunächst klären, welche Jobs die Fachkraft interessieren und wohin die Laufbahn führen könnte. „Daher sollte man immer offen und ehrlich Feedback geben“, empfiehlt Biermann. Passen die vorgeschlagenen Stellen dann allerdings so gar nicht, deutet das für ihn darauf hin, dass der Berater im Gespräch nicht richtig zugehört hat. In dem Fall handele es vermutlich um einen unseriösen Headhunter, der nur die Vermittlungsgebühr einstreichen wolle, warnt Biermann.

Denn der Markt mit der Personalberatung ist lukrativ. Für die Vermittlung des passenden Bewerbers wird laut Tröger bis zu ein Drittel des Bruttojahreseinkommens der zu besetzenden Position gezahlt. Kriminell kann es werden, wenn der vermeintliche Headhunter vom Bewerber Geld für seine Dienste verlangt. „Das Auftrag gebende Unternehmen zahlt komplett das Honorar für den Headhunter“, betont Tröger. „Klassischerweise übernimmt die Arbeitgeberseite die Kosten“, sagt auch Biermann. Bei seiner Firma können sich Fachkräfte bewerben, um in das Headhunter-Netzwerk aufgenommen zu werden. Dafür entstünden den Kandidaten aber ebenfalls keine Kosten, betont der Unternehmer.

Gute Headhunter pflegen die Beziehung

Seriöse Branchenvertreter schielen laut Biermann nicht nur auf den schnellen Vertragsabschluss, sondern sind an langfristigen Beziehungen interessiert. Denn: „Es kommt sehr häufig vor, dass man Kandidaten erst nach Jahren eines regelmäßigen Austausches vermittelt.“ Ein guter Personalberater wird deshalb einen Kandidaten niemals drängen, eine Jobofferte anzunehmen. „Es wäre für einen Headhunter absolut unprofessionell, wenn man als Kandidat Angst haben müsste, ihm eine Absage zu erteilen“, unterstreicht Biermann. „Ein guter und seriöser Headhunter wird eine Absage genauso akzeptieren wie eine Zusage.“ Ziel sei es, auch für den Kandidaten die perfekte Lösung zu finden. „Der Mensch sollte immer im Vordergrund stehen“, mahnt er.   

aus der Wirtschaftswoche von Nina Jerzy


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