Videobotschaft zur JobFindung

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Per Video zur Jobzusage

Schnell gedreht, schnell verschickt: Immer häufiger sollen Bewerber Videos statt Anschreiben einreichen. Doch viele machen dabei einen entscheidenden Fehler.

Vor allem für junge, technikaffine Menschen ist eine Videobotschaft eine Alternative zur klassischen Bewerbung

Die junge Frau trägt Turnschuhe und Sportkleidung, sie lächelt breit in die Kamera. „Seitdem ich online von der Stelle erfahren habe, habe ich nur noch eins im Kopf: das perfekte Video zu drehen“, sagt sie. Die Frau möchte ein duales Studium beim Sportartikelhersteller Adidas absolvieren – und hat dafür statt eines klassischen Anschreibens ein Video eingereicht, das sie später selbst bei YouTube veröffentlichte.

Neben Adidas setzen immer mehr Unternehmen auf die Videobewerbung. „Wir können einen deutlichen Trend erkennen“, sagt Andreas Wartenberg, Geschäftsführer der Personalberatung Hager. Immer häufiger ergänzten Arbeitgeber den traditionellen Bewerbungsprozess mit modernen Medien.

Doch ist es wirklich so einfach: Schnell ein Video drehen, abschicken – schon hat man den Job?


Wie Unternehmen die Videobewerbung einsetzen

Laut Personalberater Wartenberg sollten Bewerber das Video als einen Zusatz zu ihrer eigentlichen Bewerbung betrachten. „Ähnlich wie ein Zeugnis sagt ein Video viel über einen Kandidaten aus“, sagt er. Wenn etwa ein Callcenter viele neue Mitarbeiter brauche, könne ein Video einen schnellen Überblick über die Sprachfähigkeit der Kandidaten geben. Auch für Managementpositionen reichten Bewerber inzwischen häufig Videos ein, um einen ersten persönlichen Eindruck zu geben.

Bei Daimler TSS, einer Tochterfirma des Autoherstellers, ist die Einsendung eines Videos der erste Schritt eines längeren Verfahrens. Bewerber sollen ein Video von 15 Sekunden Länge drehen – weitere Vorgaben gibt es nicht. „Die Bewerber können das Video frei gestalten“, sagt Heike Tyrtania, Personalchefin bei Daimler TSS. Wer besteht, darf zum persönlichen Gespräch kommen – und muss dann auch einen Lebenslauf nachreichen.

Bei Adidas gilt: Wer Trainee werden will, muss ein Video einsenden. Höchstens eineinhalb Minuten darf es lang sein. „Bewerber sollten sich unbedingt an diese Zeitvorgabe halten“, sagt Recruiterin Kristina Schulte. Ansonsten gebe es kaum Einschränkungen – Sportkleidung sei passend zum Unternehmen natürlich lieber gesehen als Anzug und Krawatte.

Wie ausgefallen sollte das Video sein?

Eine besondere Bewerbung schickte Page Kemna aus dem amerikanischen Denver ab: Sie schrieb einen Song, in dem sie all ihre Stärken besang – und gleichzeitig ihr musikalisches Talent zeigte. Dieses Video schickte sie anschließend potenziellen Arbeitgebern zu.

Ganz so professionell muss es laut Personalchefin Tyrtania nicht sein. Am wichtigsten sei die Authentizität des Bewerbers. „Es bringt nichts, sich im Video zu verstellen. Das würde man ja auch nicht durchhalten, wenn man den Job bekommt“, sagt Tyrtania. Es wirke eher befremdlich, wenn eine Bewerberin anscheinend sehr viel Zeit in die Dreharbeiten gesteckt habe – ein perfektes Video sei nicht nötig, um zu überzeugen.

Eine Bewerberin habe ihre Geschichte erzählt und dazu Skizzen gezeichnet. Laut Tyrtania einfach, aber gut: „Es ist wichtig, dass der Bewerber im Video seine Persönlichkeit zeigt. Das muss nicht aufwendig sein“, sagt Tyrtania.

Eine der besten Bewerbungen, die sie erhalten habe, sei ganz schlicht gewesen. Darin filmte ein Bewerber sich selbst und beantwortete zwei einfache Fragen: Was kann ich? Und warum will ich bei diesem Unternehmen arbeiten? „Er brachte das so prägnant auf den Punkt, dass es hängen blieb“, sagt Tyrtania.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Doch eine Videobewerbung könne auch kontraproduktiv sein, so Personalberater Wartenberg. Sie sollte einer bestimmten Qualität entsprechen und Professionalität vermitteln. „Mal eben schnell auf dem Sofa einen Text einsprechen, das kommt nicht gut an“, sagt Wartenberg.

Wichtig sei auch, mit der Technik vertraut zu sein. Junge Menschen seien grundsätzlich besser darauf vorbereitet. „Ältere Bewerber ohne hohe Technikaffinität sollten sich am besten beim Videodreh Unterstützung holen“, so Wartenberg. Professionelle Onlineportale böten ein gutes Angebot.

Und trotzdem: „Ein Ersatz für das direkte Kennenlernen ist das Video nicht. Wir sind Menschen und der persönliche Eindruck zählt immer am stärksten“, sagt Wartenberg. Quelle

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