ExpertenTipps. So klappt es mit dem guten Vorsatz im Job!

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1. Teil
Mit den Tipps dieser Experten werden die guten
Vorsätze 2020 endlich zu echten Tatsachen.

Vorsatz: Ein gutes Netzwerk aufbauen

Erklärt von: Thomas Munko (43), Concierge im The Ritz-Carlton Berlin und Deutschland-Chef des Hotelportier-Berufsverbandes Les Clefs d’Or

„Netzwerke sind eine der Geheimwaffen in unserem Job. Wir sind auch untereinander bestens vernetzt: Mit unserem Berufsverband Les Clefs d’Or haben wir uns dieses Jahr in Cannes getroffen, 2020 sind wir in Neu-Delhi. Wir helfen einander auch unternehmensübergreifend, man nimmt einander damit ja nicht die Gäste weg.

Einmal zu einem solchen Treffen zu gehen, bringt aber nichts, man muss das pflegen wie eine Freundschaft. Wir zeichnen immer den oder die Nachwuchsconcierge des Jahres aus. Beim Get-Together nehme ich mir den beiseite und frage: „Wie viele Visitenkarten hast du dabei? Fein, du hast jetzt anderthalb Stunden Zeit, alle zu verteilen! Und mach dir Notizen auf die Karten, die du bekommst!“

Der Wow-Effekt ist ja, wenn man Leute wiedererkennt und sich dabei noch an Persönliches erinnert. Fragen Sie neue Kontakte nach Dingen, die deutlich machen, dass Ihr Gegenüber Sie als Mensch interessiert. Beim Netzwerken wird oft vergessen, dass man erst einmal lange in Vorleistung gehen muss: Man gibt, gibt und gibt, um dann irgendwann auch einmal nehmen zu können.

Ich trenne dabei kaum zwischen beruflich und privat: Ich baue Bindungen auf und biete Hilfe an. Ich bin ja Concierge, weil ich gern anderen Leuten helfe. Man sollte jeden Kontakt pflegen. Und nie aufwiegen!

Wichtig ist, dass man jeden wertschätzt und Menschen nicht nach ihrer Position beurteilt. Wir hatten jüngst eine mexikanische Familie zu Gast, deren kleiner Sohn ein Bayern-München-Trikot trug – über einen Münchner Kollegen habe ich es organisieren können, dass Robert Lewandowski es signiert.

Für so etwas ist es wichtig, dass man eben nicht nur wichtige Leute im Vorstand kennt, weil man die mit solchen Dingen ja gar nicht behelligen würde, sondern auch Busfahrer, Sekretärinnen und Security-Personal. Die wichtigste Regel beim Netzwerken? Großzügigkeit kommt immer zu einem selbst zurück!“

Vorsatz: Richtig mit Stress umgehen

Erklärt von: Manlio Bonsignore, 41, Fluglotse bei der Deutschen Flugsicherung

„Wir Fluglotsen kontrollieren den gesamten Luftraum über Deutschland – und sorgen dafür, dass alle Flugzeuge sowohl sicher abheben, den Luftraum durchqueren und landen können. Wir müssen also jederzeit hoch konzentriert sein, auch in stressigen Verkehrslagen. Etwa, wenn viele Flugzeuge gleichzeitig in der Luft sind oder aber in potenziell gefährlichen Situationen.

Einmal hat ein Pilot meine Anweisungen nicht richtig befolgt, und es wurde ziemlich knapp. Ich habe das zum Glück frühzeitig erkannt und schnell eingegriffen, sodass nichts passiert ist – aber in so einer Situation schnellt der Puls natürlich nach oben. Es ist total wichtig, Stress bewusst abzubauen, um gesund zu bleiben.

Unsere Schichten beginnen ab 5.30 Uhr; in den jeweils acht Stunden haben wir insgesamt zwei Stunden Pause, sonst lässt sich die erforderliche Konzentration nicht halten. Jeder muss für sich herausfinden, was ihm oder ihr guttut: Uns stehen Ruheräume zur Verfügung, in denen wir ein Nickerchen machen können, sowie eine Bibliothek zum Lesen. Manche suchen in der Pause das Gespräch mit Kollegen, weil sie im Umgang mit anderen am besten abschalten können.

Ich persönlich entspanne am besten beim Sport. Wir haben bei der Deutschen Flugsicherung einen Fitnessraum, bis zum nächsten Wald ist es nicht weit. Ich versuche, mindestens zwei bis drei Mal die Woche trainieren oder laufen zu gehen. Wichtig ist auch die Freizeit als Ausgleich zum Job: Wir arbeiten in der Regel fünf Tage am Stück und haben dann drei Tage frei.

Das Gute an meinem Job ist, dass ich ihn nicht mit nach Hause nehmen und wirklich abschalten kann. Die Stressspitzen in meinem Beruf sind vielleicht höher als in anderen, aber dafür eben auch schnell wieder vorbei. In akuten Situationen muss ich oft an einen Coach denken, der mich einmal trainiert hat: Als es stressig wurde, legte er mir kurz die Hand auf die Schulter. Diese kleine Geste hat mich ungemein beruhigt. Ein Tipp: Schon ein bis zwei Sekunden bewusst und tief durchatmen hilft sehr – auch wenn es brenzlig wird.“

Vorsatz: Endlich Grenzen setzen

Erklärt von: Susanne Schnieder, 57, arbeitet als Kita-Leiterin und Autorin

„Ich kenne ein kleines Mädchen, das einen sehr guten Weg für sich gefunden hat, Grenzen zu setzen. Sie ist gerade fünf. Wann immer sie etwas nicht möchte oder ihr jemand zu nahe kommt, streckt sie ihre Hände vor und sagt: „Hier ist ein Zaun.“ Sie sagt das freundlich, aber auch sehr bestimmt.

Davon kann man sich auch als Erwachsener viel abschauen. Denn wer eine Grenze setzen will, muss sich als Erstes selbst klarmachen, was er eigentlich will – und was nicht. Erst, wenn man innerlich zu einem klaren Nein kommt, kann man das auch nach außen glaubhaft machen.

Das erlebe ich jeden Tag hier in der Kita. Bin ich selbst unsicher in meinen Entscheidungen, nehmen mich auch die Kinder nicht ernst. Aber nicht nur Kindern müssen wir entschieden gegenüber treten, sondern auch ihren Eltern. Dafür muss ich zuerst eine innere Haltung entwickeln, damit ich mich nicht so leicht umschmeißen lasse.

Kolleginnen rate ich, sich vorzustellen, was die Konsequenz wäre, wenn sie jetzt Nein sagen. Viele haben Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Wenn sie die Situation im Kopf durchspielen, merken sie: Das stimmt gar nicht. Eigentlich kann mir nichts passieren.

Man sollte immer daran denken, dass andere Menschen es schätzen, wenn man klar in seiner eigenen Haltung ist. Als Berufsanfängerin habe ich in einer Unterkunft für schwer erziehbare Jugendliche gearbeitet. Einmal erzählten sie mir, welchen Betreuer sie am besten finden. Sie wählten den Kollegen, der immer am striktesten auftrat. Weil sie bei ihm wussten, woran sie sind, respektierten sie ihn. Wir müssen uns nicht davor fürchten, auch mal Nein zu sagen.“ Quelle

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