ExpertenTipps, wie es mit den guten Vorsätzen im Job klappt.

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2. Teil
Mit den Tipps dieser Experten werden die guten
Vorsätze 2020 endlich zu echten Tatsachen.

Vorsatz: Den Kollegen die Meinung geigen – und dabei den richtigen Ton treffen

Erklärt von: Moritz Eggert, 54, Komponist und Musiker

„Für viele Menschen ist es ein Mysterium, wie ein Musikstück entsteht. Wenn ich mich an eine neue Komposition wage, höre ich die Musik zuerst innerlich. In meinem Kopf entsteht ein neues Stück, das kann Wochen oder auch Jahre dauern. Diese Vorbereitung ist extrem wichtig. Denn erst muss mir das Ziel klar sein, ich muss einen Plan haben. Sonst kann ich die Musik, die in meinem Kopf spielt, nicht visualisieren.

Das würde ich auch jedem raten, der ein konfliktreiches Gespräch im Job führen muss. Wer da unvorbereitet reingeht, der ist emotional und wird mit seiner Kritik gar nichts erreichen. Gute Vorbereitung ist der Schlüssel.

Beim Komponieren versuche ich mir alle Klänge gleichzeitig im Kopf vorzustellen. Blechbläser sind lauter als Holzbläser, Holzbläser wiederum lauter als Streicher. Wie kann ich es schaffen, alle in Einklang zu bringen? Gleichzeitig muss ich darauf achten, dass meine Musik nicht langweilig ist. Da ist es gut, auch mal überraschend auf die Pauke zu hauen.

Meinen Studenten rate ich, sich auf die eigene Intuition zu verlassen. Denn egal, wie gut meine Vorbereitung ist, wie sehr ich die einzelnen Schritte der Komposition durchgeplant habe – am Ende kommt es doch anders. Die Musik entwickelt ein Eigenleben, sie fordert dann Dinge von mir, an die ich nie zuvor gedacht habe.

Genauso ist es in einem Streitgespräch: Vielleicht haben die Kollegen gute Einwände. Darauf muss ich spontan reagieren können und darf mich nicht krampfhaft an das klammern, was ich mir vorgenommen habe.“

Vorsatz: Mit dem eigenen Argument durchschlagenden Erfolg haben

Erklärt von: Sebastian Formella, IBO-Champion im Boxen und Hafenarbeiter

„Unter uns Boxern gibt es diesen Spruch: „Einen K.o. kannst du nicht erzwingen, es kommt von allein.“ Da ist viel Wahres dran. Natürlich ist es immer mein Ziel, meinen Gegner vorzeitig zu besiegen. Aber ich darf nicht nur versuchen, einen finalen Kopftreffer zu landen. Wer punkten will, muss lernen, spontan zu bleiben, die Schwächen des anderen auszunutzen. Gleichzeitig brauche ich eine gute Deckung. Sonst bin ich nicht erfolgreich. Treffen, ohne getroffen zu werden.

Die Vorbereitung auf einen Kampf beginnt zwölf Wochen davor. Zuerst trainiere ich auf Kraft, dann kommt Ausdauer dazu. Als letzten Schritt hole ich mir Sparringspartner, die meinem Gegner möglichst ähnlich sind. Die Größe, das Gewicht, die Aggressivität sollten übereinstimmen. Mein Team analysiert vorher Videos von Kämpfen, die im Netz zu finden sind. Ich selbst schaue mir nur einen Kampf an, damit ich weiß, wie mein Gegner sich bewegt.

Eine Woche vor dem Kampf fahre ich das Training runter. Das ist wichtig, damit der Körper genug Energie hat. Du kämpfst den Kampf aber trotzdem im Kopf. Ich bin zum Glück psychisch sehr stabil, weil ich sehr hart und fleißig trainiere. Ich sage mir in dieser Zeit immer wieder selbst: Du bist gut vorbereitet. Das ist auch mein Rat für alle, die lernen wollen, sich durchzusetzen: Dieses mentale Training ist sehr wichtig. Und: Ich habe mein Team, das mich immer wieder pusht. Nur, wenn ich von mir selbst überzeugt bin, kann ich auch meinen Gegner besiegen.

Auch das Umfeld ist wichtig: Bei meiner Arbeit im Hamburger Hafen hilft mir das Boxen. Meine Konzentration ist sehr gut ausgebildet, das ist wichtig, wenn man Containerbrückenfahrer ist und die tonnenschwere, wertvolle Fracht behutsam verladen muss. Wenn ich merke, dass jemand immer nur negativ ist, gehe ich auf Distanz. Ich will mich nicht runterziehen lassen. Ich habe hier auch sehr viele Freunde. Bei meinem letzten Kampf waren über 300 Leute aus dem Hafen da. Eine bessere Rückendeckung kann es nicht geben.“

Vorsatz: Endlich mehr Gehalt verhandeln

Erklärt von: Kenan Kosar, Gebrauchtwagenhändler

„Vor allem in meinen ersten Jahren habe ich zu oft zu wenig bekommen. Ich war neu im Geschäft und dementsprechend unsicher, wie viel ich verlangen konnte. Hat ein Kunde dann auf laute Motorgeräusche hingewiesen oder war besonders besserwisserisch, bin ich viel zu schnell mit dem Preis heruntergegangen. Mittlerweile weiß ich: Je öfter man verhandelt, desto selbstsicherer wird man und desto mehr wächst die Menschenkenntnis.

Im Gespräch sollte man vor allem auf Mimik und Gestik achten: Wenn ein Kunde unsicher ist, schaut er mich in der Regel kaum an, verdreht höchstens mal leicht die Augen, hat schwitzige Hände. Wenn er einen Wagen unbedingt haben will – egal um welchen Preis – strahlen die Augen, leichtes Grinsen. Wenn das der Fall ist, muss ich das Geschäft nur noch eintüten.

Bei Kunden, die sich gut auskennen, ist es schwieriger. Ein Kfz-Mechaniker findet immer etwas an einem Wagen, um den Preis nach unten zu drücken. Dann schlage ich auch mal eine höhere Einstiegszahl vor – manchmal das Doppelte von dem, was angemessen wäre, um am Ende auf einen realistischen Preis zu kommen. Ist es zu viel, kann der Kunde schließlich immer noch herunterverhandeln oder ablehnen. Bei Laien setze ich den Preis von vornherein niedriger an, damit man sich relativ schnell in der Mitte treffen kann.

Bei der Verhandlung habe ich meinen Spielraum immer im Hinterkopf: Ich weiß, was ich selbst für den Wagen bezahlt habe und wie viel ich am Ende herausbekommen muss, um die Kosten zu decken. Wenn ich mir bei einem Geschäft unsicher bin, beende ich das Gespräch höflich und lasse mir das Angebot noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen. Nehme ich es schließlich an oder einigen wir uns auf eine andere Summe, bleibt es auch dabei. Es ist unseriös, noch drei- oder viermal nachzuverhandeln. Zögere ich länger, lehne ich lieber ab. Denn: Es gibt immer eine Alternative, einen besseren Wagen.“ Quelle

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