Das Ziel des Vorstellungsgesprächs ist nicht der Arbeitsvertrag.

Das Ziel des Vorstellungsgespräches …
… ist die Empfehlung.

„Du gehst ab sofort nicht mehr in einen Job-Dialog mit dem Ziel,
einen Arbeitsvertrag zu bekommen“

Ich weiß und kenne das von meinen JobfinderInnen:  große Augen, erstaunter Blick, ungläubiges Gemurmel.

Also, stell Dir die einzig wichtige Frage vor einem Job-Dialog: Mach Dir eins deutlich und werde Dir bewusst.
Wenn Du mit dem Ziel in einen Job-Dialog gehst, „Ich bekomme den Vertrag“, dann überlege kurz, zu wie viel Prozent Du auf das Ergebnis (Ziel) Einfluss hast bzw. haben kannst.

Richtig, wenn es gut läuft zu 50%. Die anderen 50% (in der Regel wesentlich mehr) hast Du nicht im Griff, kannst Du schwer beeinflussen, sind Entscheidungen, die außerhalb Deiner Hemisphäre gefällt werden.

Diese fehlende Einflussnahme und die daraus resultierende Ungewissheit verursachen bei den meisten JobfinderInnen die berühmten weichen Knie, die Schnappatmung, das Herzrasen und die ungewollten Schweißausbrüche.

Wenn Du also einem Ziel hinterher rennst, das Du nur partiell beeinflussen kannst und Du daraufhin zu untypischen Reaktionen neigst, dann stelle Deine Zielformulierung auf den Kopf. Mach es anders!

Beispiel. Kennst Du das Gefühl, wenn Du den Job partout nicht haben wolltest und auf einmal war die Wahrscheinlichkeit groß, dass er Dir angeboten wurde.

Ich höre das sehr oft und ich sage Dir, warum das so ist. Dein Ziel hast Du klar definiert und somit kann Dir nichts passieren. Du hattest das Ziel definiert und es gab Dir die Gelassenheit einer überlegenen Orientierung.

Diese überlegene Gelassenheit (nicht zu verwechseln mit Arroganz oder Überheblichkeit) vermittelte dem Gegenüber Deine Siegermentalität und die Entscheidung der festen Anstellung rückt verdammt nahe.

Genug gesalbalert über wenn und aber.
Was ist zu tun bzw. was solltest Du tun. Mit welchem Ziel solltest Du ab sofort in einen Job-Dialog gehen.

Dein Ziel musst Du zu 100% selbst bestimmen können, damit Du die Dramaturgie des Job-Dialogs in der Hand hast.

Dein Ziel ist: Du geht’s als Fremde in den Dialog rein und als Freundin aus dem Dialog raus.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Verschwende keinen Gedanken an den möglichen Vertrag. Dein Ziel ist es, ein positives Vermächtnis bei Deinem Gegenüber zu hinterlassen. Das hast ganz allein Du in der Hand.

  • Du bist der Regisseur,  der Spielleiter oder der DL (Dialog Lenker).
  • Du weißt, wie Du der Abteilung, dem Unternehmen weiter helfen kannst.
  • Du musst um nichts bitten.
  • Du bietest Deine Kompetenz und Qualifikation an.

Was immer Du auch tust. Wenn Du Dich als „Freund“ aus diesem Job-Dialog verabschiedest, dann ist eins gewiss.

  • Wann immer Du Deinen Gesprächspartner wieder triffst, es herrscht Freude auf beiden Seiten.
  • Wann immer Dein Gesprächspartner auf Deine Qualifikationen von Dritten angesprochen wird, er wird sich an Dich erinnern.
  • Wann immer Du Dich bei Deinem Gesprächspartner wieder meldest, er oder sie hat ein offenes Ohr für Dich.
  • Wann und wo immer Du Dich bewirbst, Du kannst eine hervorragende Referenz angeben.

Gratulation – Du bist Deinem Job einen gewaltigen Schritt näher gekommen.

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