Brainteaser verraten mehr über die Firma als über Dich

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„Vorstellungsgespräche sind der Vorhof zur Hölle“. Das hat mir mal ein Jobfinder gesagt und für viele JobFinderInnen ist das Vorstellungsgespräch ein unmündiges, Abhängigkeit vermittelndes Machtszenario, indem der Bewerber immer hofft, die richtige Anwort auf die Frage der Personalabteilung zu haben.

Das Problem liegt sehr oft an der falschen Einstellung der PersonalerInnen. Es gibt Wünsche von BewerberInnen, die Personaler mit ein bißchen Engagement einhalten können und sollten.
Braintaser-Fragen gehören nicht dazu.
Im folgenden Artikel aus dem Businessinsider zeigt der  Organisationspsychologe Don Zhang Zhang, dass Brainteaser mehr über den Personaler verraten, als über den Kandidaten selbst.


Brainteaser sind die härtesten Fragen im Vorstellungsgespräch,
doch sie verraten mehr über die Firma als über euch

Brainteaser im Bewerbungsgespräch können besonders knifflig sein.

  •  Brainteaser sollen Bewerber im Vorstellungsgespräch aus ihrer Komfortzone locken. Das Fiese daran: Es ist praktisch unmöglich, sich auf sie vorzubereiten.
  • In Wirklichkeit verraten Brainteaser mehr über euren Gesprächspartner als über euch.
  • Laut einer Studie sind Personaler, die Brainteaser stellen, mit höherer Wahrscheinlichkeit narzisstisch und sadistisch. Außerdem können Brainteaser dem Ruf der Firma schaden.

Auch wenn Fragen à la „Was sind Ihre Stärken und Schwächen“ im Bewerbungsgespräch nervig sind, haben sie einen wesentlichen Vorteil: Sie gehören zum Standardrepertoire von Personalern. Dementsprechend leicht ist es, sich auf diese vorzubereiten.

Anders ist es hingegen bei Brainteasern, die den Bewerber überraschend treffen: „Wie viel wiegt das Empire State Building? Was ist Ihre liebste Eissorte?“ Klingt wie ein Scherz — solche Fragen wurden aber tatsächlich im Bewerbungsgespräch bei Apple gestellt.

Brainteaser sollen den Bewerber aus ihrer Komfortzone locken. Aber können Personaler mit solchen Fragen tatsächlich etwas Bedeutendes über den Kandidaten in Erfahrung bringen? Dem Organisationspsychologen Don Zhang zufolge ist die Antwort ein klares Nein.

Brainteaser verraten mehr über euren Gesprächspartner, als über euch selbst

Mit seinen Kollegen Scott Highhouse und Chris Nye von der Louisiana State University führte Zhang eine Studie durch, die zeigte, dass Brainteaser mehr über den Personaler verraten, als über den Kandidaten selbst.

„Wir haben bei 167 Personalern untersucht, wie stark ausgeprägt ihre Persönlichkeitszüge der ‚Dunklen Triade‘ sind, die die negativen Seiten der Persönlichkeit repräsentieren“, beschreibt Zhang die Studie, im Wissenschaftsjournal „Applied Psychology“ veröffentlicht wurde, in einem Beitrag für Psychology Today. Daraufhin fragten die Wissenschaftler die Teilnehmer, ob sie Brainteaser-Fragen im Vorstellungsgespräch befürworten oder sie ablehnen.

Das Ergebnis: Diejenigen, die bevorzugt Brainteaser-Fragen bei der Bewerbung stellten, hatten mit höherer Wahrscheinlichkeit narzisstische, sadistische, sozial unbeholfene oder kaltherzige Züge. In einem zweiten Experiment fanden die Wissenschaftler zudem heraus, dass Personaler, die Brainteaser-Fragen stellen, Schwierigkeiten haben, die Perspektive der Bewerber einzunehmen.

Brainteaser verraten laut Zhang aber nicht nur etwas über den Bewerber — sie können auch dem Image des Unternehmens schaden.

Firmen tun sich mit Brainteasern selbst keinen Gefallen

„Aus dem Blickwinkel eines Bewerbers ist das Bewerbungsgespräch der erste direkte Kontakt zum Unternehmen“, so Zhang. „Eine unangenehme Erfahrung kann sich nachteilig auf den Ruf und das Image der Firma auswirken.“

In einem Arbeitsmarkt, der immer konkurrenzbetonter wird, sei es laut Zhang entscheidend, dass Unternehmen Talente heranlocken. Arbeitgeber-Bewertungsportale wie Glassdoor oder Kununu bieten Jobsuchenden aber die Möglichkeit, über negative Erfahrungen bei der Bewerbung zu berichten. Schlechte Bewertungen können also dazu führen, dass die besten potenziellen Mitarbeiter sich gar nicht erst bewerben.

Unternehmen würden also nicht nur den Bewerbern einen Gefallen tun, indem sie auf Brainteaser verzichten, sondern auch sich selbst.


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