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Neinsagen braucht ein besseres Image.

Das Nein hat ein schlechtes Image. Das muss sich ändern. Um Nein zu sagen, braucht man Meinung und Haltung. Das wusste bereits Steve Jobs. Fünf Gründe, warum das Nein-Sagen im Job außerdem gut ist.

Wäre Steve Jobs ein notorischer Optimist wie Richard Branson gewesen, würden wir heute vielleicht mit Apple Air in den Urlaub fliegen. „Ich bin Dr. Ja! Das Leben macht mehr Spaß, wenn man Ja anstatt Nein sagt“, hat der Chef des weit verzweigten Virgin-Imperiums mal seine Philosophie auf den Punkt gebracht. Der Minimalist Jobs sah hingegen in der entgegengesetzten Strategie den Schlüssel zum Erfolg. Wer sich auf seine Stärken konzentrieren wolle, müsse „nein, nein, nein“ sagen. Wer nicht gerade wie der Allrounder Branson beruflich etliche Eisen im Feuer hat, sollte sich an dem ehemaligen Apple-Chef ein Vorbild nehmen. Denn das Nein kann in der Karriere zum Erfolgsfaktor für mehr Qualität, Produktivität und nicht zuletzt Zufriedenheit werden.

Neinsagen ist allerdings gar nicht so einfach. Jedem Nein wohnt eine Ablehnung inne, weshalb es als tendenziell feindselig gilt. Neinsager ecken an. Sie haben schnell den Ruf weg, überkritische Nörgler und Spielverderber zu sein. Jasager werden hingegen als Teamplayer gefeiert. Dass man sich mit Absagen keine Freunde macht, wusste auch Jobs. Womöglich hatten seine schwarzen Rollkragenpullover ja eine gewisse Schutzfunktion. „Es ist wirklich ein Scheißausdruck. Man will nett sein“, sagte Jobs 1997 auf der Entwicklerkonferenz WWDC über das Nein.

Das Nein geht erst mal gegen die menschliche Natur und kostet deshalb Überwindung. Gerade das macht es aber im Berufsleben so wertvoll. Wer Nein sagt, hat sich das vermutlich sehr gut überlegt. Beim scheinbar so hilfreichen Ja ist die Grenze zur Beliebigkeit und Ahnungslosigkeit dagegen schnell überschritten. Wer der Vorgesetzten immer nur zustimmt, braucht sich gar nicht erst eine eigene Meinung zu bilden. Das Ja ist mittlerweile sogar derart allgegenwärtig, dass manche Menschen damit gern ihre Sätze beginnen, obwohl es gar keine Frage zu beantworten gab. Ja wird da zum neuen Äh und ist eben so inhaltsleer.

Neinsagen braucht ein besseres Image. Dabei helfen vielleicht diese fünf Erkenntnisse und Tipps.

  1. Neinsagen ist kein Tabu

Beim Nein ist es wie bei der Forderung nach der Gehaltserhöhung: Theoretisch liegt der Nutzen auf der Hand. Aber zu wenige Beschäftigte trauen sich. Ein Grund ist buchstäblich das Selbstbewusstsein. Viele Menschen scheuen davor zurück, dem Arbeitgeber etwas „zuzumuten“ und damit womöglich die Stellung in der Firma zu gefährden. Aber das kann keine Grundlage für ein erwachsenes, selbstbestimmtes Berufsleben sein. Gute Arbeit muss entsprechend entlohnt und Meinungen müssen geäußert werden können – es sei denn, der Chef leidet unter Realitätsverlust, aber das ist ein anderes Thema. Nein ist kein Tabu, sondern ein ganz normaler Ausdruck von Expertise.

  1. Nein sichert Qualität

Wer nein sagt, ist nicht automatisch gegen etwas. Vielmehr tritt derjenige für etwas ein. Zum Beispiel für höhere Produktivität, wenn es um ein Projekt geht, das sich einfach nicht rechnet. Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit können ebenfalls durch Ablehnung gestärkt werden. Das gilt sowohl für die Firma als auch auf persönlicher Ebene. Wer immer nur Ja sagt, wenn es um Überstunden oder ständige Erreichbarkeit geht, tut mit dieser Selbstausbeutung niemandem einen Gefallen. Ein klares Nein zur rechten Zeit ist Ausdruck einer funktionierenden Qualitätskontrolle. 

  1. Ablehnung hinterfragen

Trotzdem ist es nicht alltäglich, Vorgesetzten oder Kunden einen Wunsch abzuschlagen. Ein Nein muss wohlüberlegt sein und darf nicht zum Automatismus geraten. Dazu gehört es, das spontane Bauchgefühl infrage zu stellen. Nicht immer ist es im Job ausschlaggebend, ob man Lust auf etwas hat. Manchmal sind Zumutungen rückblickend eine gute Sache. Manchmal weiß es die Vorgesetzte tatsächlich besser. Wenn Neinsagen zum Reflex gerät, bleiben die Grenzen der Komfortzone zu eng gesteckt. Deshalb sollte man sich bei einer Ablehnung, auch, wenn sie scheinbar auf der Hand liegt, Bedenkzeit ausbitten. Das signalisiert der Gegenseite zudem, dass man die Entscheidung ernst genommen hat.

  1. Das transparente Nein

Das Ja ist für seinen Empfänger selbsterklärend. Beim Nein ist Kontext angesagt. Der fungiert nicht bloß als rhetorischer Airbag. Wer den Entschluss nachvollziehbar und stichhaltig erklärt, kann sogar Pluspunkte sammeln. Dabei ist es hilfreich, wenn man nicht nur ablehnt, sondern Alternativen aufzeigen kann. Eine Beförderung ist zwar gut gemeint, würde Sie aber fachlich aufs Abstellgleis führen? Ein Auftrag ist lukrativ, bindet aber zu viel Ressourcen? Dann ist es an der Zeit für ein „Nein, danke“.

Machen Sie deutlich, wie Sie dem Arbeitgeber am meisten nutzen. Kommen Sie ihm gegebenenfalls einen Schritt entgegen und bieten Sie Unterstützung in anderer Form an. Ein Nein muss nicht in Stein gemeißelt sein. Vielleicht kann man in einem halben Jahr noch einmal darüber sprechen. Diese Hintertür sollte aber nur angeboten werden, wenn sie realistisch ist. Ansonsten wird das Nein zum Pseudo-Vielleicht verwässert, was niemandem weiter hilft. 

  1. Nein stärkt Werte

Wer Nein sagt, bekennt sich zu Grenzen. Das kann beängstigend sein. Auch hier ist ein Perspektivwechsel hilfreich. Wer Linien zieht, braucht eine klare Vorstellung davon, was die Grundsätze der eigenen Arbeit sein sollen. Neinsagen kann banal sein. Erstaunlich oft läuft es jedoch darauf hinaus, was einem persönlich wichtig ist. Das betrifft womöglich ethische und professionelle Leitsätze, die schlicht nicht verhandelbar sind. Die Balance zwischen Job und Privatleben kann ebenfalls zum beruflichen Dogma gehören. Wer sich über einige wenige Grundsätze im Klaren wird, kann leichter und ohne schlechtes Gewissen Nein sagen.

Es war übrigens kein Zufall, dass Jobs 1997 ein öffentliches Plädoyer für das Nein gehalten hatte. Damals war er gerade an die Spitze von Apple zurückgekehrt und musste den Konzern vor der Pleite bewahren. Ursache der Krise waren nach Ansicht des Mitbegründers die zu vielen neuen Geschäftsfelder. Er eliminierte bis zum Jahresende fast 70 Prozent der Produktpalette, konzentrierte sich auf Apples Stärken, nahm das große Ganze in den Blick. 1998 läutete der iMac den bis heute andauernden Siegeszug des Konzerns ein. Jobs gab in der Folge grünes Licht für iPod und iPhone – aber nur, weil er zuvor nein, nein, nein gesagt hatte. Quelle


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Schiebe Dein gutes Leben nicht auf den Zeitraum des Ruhestandes.

Ist es radikal, bis 80 zu arbeiten?

Dieser interessante Artikel wirft einmal mehr die Frage auf: Soll ich mein Leben nach Werten ausrichten oder richte ich mich an einem prinzipienbasierten Lebensbild aus?
Diese Frage gilt und sollte vor allen Dingen auch für Dein berufliches Leben gelten.
Wir selbst brauchen ein prinzipienorientiertes Leitbild genauso wie unsere Unternehmen und unsere Gesellschaft insgesamt, um klare Leitplanken und eine eindeutige Richtung zu haben. Unabhängig von Religion, Kultur und Herkunft bringen die meisten Menschen in ihren Leitbildern stets 4 elementare Bedürfnisse zum Ausdruck.
Hier kannst Du Dich nochmals über gesellschaftlich bedingte Werte oder natürliche vorhandenen Prinzipien informieren, aber vorher lass Dich auf die folgenden Inhalte von Teresa Bücker ein.


Die meisten Menschen schieben »das gute Leben« in die Zeit des Ruhestands, die Jahrzehnte zuvor gehören dem Job. Wäre es nicht schlauer, wenn wir in der Woche weniger, dafür aber auf mehr Lebensjahre verteilt arbeiten würden – und so auch Freundschaften oder Hobbys pflegen könnten?

»Ich müsste mich mal damit beschäftigen«, heißt es in Gesprächen unter Menschen, die erst einige Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen. Diejenigen, die schon weiter sind, sorgen privat vor. Das Bild der Zukunft, das vor den eigenen Augen entsteht, ist eine Zahl auf einem Kontoauszug. Dann sind die Gespräche auch schon wieder vorbei.

Die Gesetzeslage in Deutschland ist so, dass alle, die nach 1964 geboren wurden, mit 67 Jahren die so genannte Regelaltersgrenze erreichen. Für mich, die 20 Jahre später geboren wurde als der jüngste Jahrgang dieser Rentenregelung, wird das wahrscheinlich bedeuten, dass die Jahrgänge um mein Geburtsjahr herum noch einige Jahre länger arbeiten müssen, damit ihnen die volle Rente gezahlt wird. Arbeiten bis 70 oder länger? Für eine Frau meines Geburtsjahrgangs heißt das, dass mir danach vielleicht sogar noch 30 Jahre Lebenszeit bleiben werden, je nachdem, wie zäh ich bin. Zwar liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Menschen, die in den Achtzigerjahren geboren wurden, grob zwischen 80 und 90 Jahren, meine Großmutter ist jedoch schon 97 geworden. Dass ich eine Frau bin und zur Mittelschicht gehöre, begünstigt, dass ich sehr alt werde. Sowohl ärmere Menschen als auch Männer sterben früher – reichen Greisinnen gehört die Zukunft.

Was machen wir also mit der Zeit, die uns nach dem Renteneintritt bleibt? Das ist die Frage, die mehr fordert als der Gedanke an den Kontoauszug. Uns diese Frage wirklich zu stellen, wie wir die Zeit im Alter nutzen, könnte jedoch auch mehr verändern. Ich finde es aus meiner jetzigen Perspektive jedoch die falsche Frage, auch wenn ich aus Autorinnensicht die Aussicht auf den Ruhestand ziemlich gut finden müsste: Ich bekomme endlich ein Grundeinkommen und kann den ganzen Tag schreiben, ohne den Druck zu haben, damit Geld verdienen zu müssen.

Doch warum stellen wir uns nicht die Frage, wie wir die Zeit, die wir haben, insgesamt anders nutzen? Es macht mich traurig, dass die Phasen des Lebens so stark voneinander abgegrenzt sind. Sich auf den Ruhestand freuen, um endlich Zeit zu haben für die Dinge, für die vorher keine Zeit war? Für Sachen, die mir Spaß machen, wie zum Beispiel jeden Morgen laufen zu gehen, bin ich dann vielleicht schon zu steif oder zu gebrechlich. Der Ruhestand kann zudem eine neue Art von Stress bedeuten, denn plötzlich sind dort all diese freien Tage, die mit Aktivitäten gefüllt werden müssen, wenn man nicht damit zufrieden ist, jeden Tag ein Buch zu lesen oder darauf zu warten, dass die erwachsene Tochter ans Telefon geht. Wo lernt man eigentlich, eine zufriedene Rentnerin zu sein?

Die beste Altersvorsorge für heterosexuelle Frauen ist, sich mit Freundinnen zu umgeben, mit denen man die letzten Lebensjahre verbringen kann

Realistisch zu bleiben heißt auch, es könnte passieren, dass mein Partner mir wegstirbt, sobald ich endlich mehr Zeit für ihn hätte. Die beste Altersvorsorge für heterosexuelle Frauen ist, sich mit Freundinnen zu umgeben, mit denen man die letzten Lebensjahre verbringen kann. Denn in den typischen Beziehungen, in denen der Mann einige Jahre älter ist, ist es bei den durchschnittlichen Lebenserwartungen, die für Frauen etwa fünf Jahre höher liegen, ziemlich wahrscheinlich, dass sie mindestens die letzten zehn Jahre ohne ihren bisherigen Partner verbringen werden. Ich erwische mich regelmäßig dabei, dass ich vermeintlich ungesundes Verhalten meines Partners argwöhnisch beäuge und mir auf die Zunge beißen muss, um es nicht zu kommentieren. Ich nehme an, er spürt diese Blicke – denn er hat, kurz nachdem wir uns kennengelernt haben, aufgehört zu rauchen.

Das gute Leben auf den Zeitraum des Ruhestandes zu schieben, halte ich für eine schlechte Idee. Wir brauchen diese Zeit schon vorher, damit unsere Partnerschaften und Freundschaften überhaupt bis zur Rente halten und wir die langen Gespräche mit unseren Kindern nicht erst dann führen, wenn wir alle schon graue Haare haben. Die Struktur des Erwerbslebens jedoch verschiebt all diese Dinge, die für ein ausgewogenes Leben wichtig sind, in den letzten Abschnitt unseres Lebens. Sie fragt nicht, ob es die beste Lösung sei, die meiste Zeit für Beziehungen, fürs Weltentdecken, für politisches oder ehrenamtliches Engagement, für Hobbys in diese Phase zu legen. Die Älteren »genießen ihren Ruhestand« ist eine häufige Formulierung für die Zeit nach der Erwerbsarbeit. Aber hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, Sie sollten die Zeit zwischen 30 und 50 genießen?

Man könnte zu dieser Aufteilung des Lebens zum einen fragen: Ist das fair? Je nach Gesundheitszustand, Genetik und Glück bleiben manchen Menschen nach dem Renteneintritt noch 20 schöne Jahre, wer Pech hat, stirbt drei Tage nach der Verabschiedung aus dem Betrieb an einem Herzinfarkt. Das war dann eben ein Leben für die Arbeit. Da kann man nichts machen, nicht?

Wir trennen unsere Gesellschaft nach Altersgruppen und haben zu wenige Räume, in denen sich die Generationen begegnen können

Neben der Frage, ob nach dem Arbeitsleben ausreichend Zeit bleibt, hat die traditionelle Gliederung des Lebens aber einen weiteren Effekt: Wir trennen unsere Gesellschaft nach Altersgruppen und haben zu wenige Räume, in denen sich die Generationen begegnen können. Wie oft spricht ein 30-jähriger Mensch noch mit 80-Jährigen, mit denen er nicht verwandt ist? Wie oft kommen Menschen in der Lebensmitte, die weder professionell noch ehrenamtlich mit Jugendlichen arbeiten oder eigene haben, in Kontakt mit diesen? Was für Generationengespräche werden im Bundestag geführt, in dem das mittlere Alter bei 50 liegt? Sowie in Parteien, in denen die Mitglieder im Mittel sogar noch einmal älter sind? 60 ist das Durchschnittsalter in der Union und der SPD.

Bei der demografischen Entwicklung der deutschen Bevölkerung, in der immer mehr Menschen keine Kinder bekommen und die durchschnittliche Zahl eigener Kinder sich bei 1,5 eingependelt hat, nehmen zudem die innerfamiliären Kontakte zwischen den Generationen ab, weil es vielleicht keine erwachsenen Kinder oder keine Enkelkinder gibt und der Wegzug für den Job aus dem Geburtsort häufige Kontakte untereinander erschwert. Menschen isolieren sich auch innerhalb ihrer eigenen Altersgruppe. Das ist ein Nebenprodukt der demografischen Entwicklung und des zeitlichen Umfangs der Erwerbsarbeit.

Wie könnte man das durchbrechen? Ich bin ab und an entnervt von meinem eigenen Verhalten. Manchmal ruft meine Mutter mehrfach bei mir an, und ich rufe sie erst Tage später zurück. Bei ihrem ersten Anruf war ich in einem Meeting, beim zweiten habe ich meine Tochter auf der Schaukel angeschubst, beim dritten war ich zu müde und hatte keine Lust zu sprechen, oder ich saß nach dem Abendessen noch einmal am Schreibtisch, um Arbeit zu beenden, die ich am Nachmittag nicht geschafft hatte, weil ich auf dem Spielplatz gewesen war. Ein Telefonat mit meiner Familie erscheint mir zuviel oder kommt dann, wenn ich gerade wirklich nicht kann, weil mein Alltag und der meiner Eltern so sehr auseinanderklaffen. Auf der einen Seite ist das ein Verständnisproblem, da ich deutlich mehr in meinen Beruf eingespannt bin, als es meine Mutter zur Zeit ihrer Berufstätigkeit war, und sie sich nur schwer vorstellen kann, wieviel ich arbeite. Auf der anderen Seite befinde ich mich in dem, was man als »Rush-Hour des Lebens« bezeichnet – der Phase im Erwachsenenleben, in der das Leben mit Kleinkindern mit hohen Anforderungen im Beruf wie Einstieg und Aufstieg zusammenfällt. Das ist diese Zeit zwischen etwa 30 und 50, die man überlebt, statt sie zu genießen. An manchen Abenden bin ich froh, wenn mein Partner und ich nach dem Ins-Bett-Bringen des Kindes noch ein paar Sätze miteinander wechseln, die über Smalltalk hinausgehen. »Quality-Time« zu zweit ist dann, noch zusammen eine Serie zu schauen (und vielleicht nicht einmal diese 45 Minuten noch wach bleiben zu können).

In der Realität, in der meine Eltern leben, die beide in Rente sind, ist hingegen ein Überschuss an freier Zeit vorhanden – obwohl sie sich noch um meinen Großvater kümmern, einen Garten haben, das Enkelkind, das in ihrer Nähe lebt, regelmäßig betreuen und in mehreren Ehrenämtern engagiert sind. Ich habe Respekt vor dem Übergang in die Rente, in der Menschen die Fähigkeit brauchen, ihre Woche mit sehr viel weniger äußeren Vorgaben zu füllen, als es das Berufsleben für sie zuvor getan hat. Ich kann diese Phase bislang nur mit meiner Elternzeit vor etwa fünf Jahren vergleichen. Ich hatte zwar ein Baby im Schlepptau und damit genug zu tun, aber ich fiel auch in eine Einsamkeit, weil alle meine Freund*innen arbeiteten, während ich mich nach Gesprächen sehnte und nach Abwechslung. Wenn ich das nun aufs Alter übertrage, wird mir umso deutlicher, wie wichtig es ist, Freundschaften zu pflegen, aber auch jetzt schon Ideen dafür zu haben, wie ich Freizeit nutzen möchte, was mir Spaß macht.

Das Renteneintrittsalter leitet sich ab aus Berechnungen zur Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme, aber nicht aus einer Idee davon, was das »gute Leben« sein könnte

Nur 17 Prozent der Deutschen schaffen es, sich einmal in der Woche mit Freund*innen zu treffen, das besagen die Ergebnisse des Freizeitmonitors 2019. Über alle Altersgruppen hinweg sind fernsehen, Radio hören, telefonieren, das Internet oder das Smartphone nutzen die Freizeitaktivitäten, für die Menschen die meiste Zeit aufwenden. So stehen Menschen im Ruhestand vor der Aufgabe zu lernen, ein Hobby zu haben – vielleicht aber viel wichtiger: Wir sollten genau das über das ganze Leben hinweg nie verlernen. Haben Sie gerade ein Hobby? Etwas, das Sie nur tun, weil es Ihnen Freude bereitet – ohne nützliche, selbstoptimierende Effekte wie Sport, um fit zu bleiben oder an ihrem Körper zu arbeiten? Wenn Sie keine Idee haben und nun nach etwas googeln, ist es gut möglich, dass sie vor allem auf Artikeln landen mit Überschriften wie dieser: »Diese zehn Hobbys machen Sie klüger«. Wenn Sie während ihrer Berufstätigkeit etwas in Ihrer Freizeit unternehmen, dann bitteschön etwas, das auf Ihre Karriere einzahlt.

Was mir in der Beschäftigung mit der Arbeitswelt und den politischen Ideen dazu immer wieder auffällt, ist die eingangs erwähnte Ideenlosigkeit, mit der wir sowohl auf unsere Gegenwart als auch auf die Zukunft blicken. Die Rente verbinden wir mit viel Geld oder weniger. Das Renteneintrittsalter leitet sich ab aus Berechnungen zur Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme, aber nicht aus einer Idee davon, was das »gute Leben« sein könnte. Wo sind die Bilder davon, wie wir insgesamt leben und arbeiten wollen? Fließt in diese politischen Zukunftsbilder ein, was Menschen zufrieden macht und was die Gesellschaft zusammenhält? Oder ist die Rente bloß Mathe?

In den Debatten um die Klimakrise in den vergangenen Monaten wurde immer wieder thematisiert, dass ein neuer Generationenkonflikt bevorstehe, und sowohl von den jüngeren als auch den älteren Gruppen kritisiert, dass intergenerationell zu wenig miteinander gesprochen werde. Ich glaube, dass gerade der fehlende Austausch unter anderem damit zu tun hat, wie die Lebensphasen eines durchschnittlichen Menschen heute entworfen sind. Wir trennen auf diese Art nicht nur die Altersgruppen voneinander, sondern trennen Menschen anhand der unterschiedlichsten demografischen Merkmale so voneinander, dass wir tatsächlich in homogenen Blasen stecken und zu wenig über den Alltag von Menschen wissen, deren Biografie sich von der eigenen stark unterscheidet. Eine politische Zukunftsfrage ist daher für mich, Ideen dafür zu entwickeln, wie Menschen – um mit einem Merkmal als Beispiel anzufangen – über die Altersgruppen hinweg wieder stärker zusammengebracht werden könnten. Brauchen wir dazu in allen Städten und Dörfern Mehrgenerationenhäuser?

Ein Ansatz dafür könnte auch sein, die Menge der Arbeit anders über die Lebensspannen zu verteilen: Wir arbeiten in der Woche weniger, aber dafür auf mehr Lebensjahre verteilt. Menschen arbeiten nicht länger, weil die Rentenkasse ihre Beiträge noch länger braucht, sondern weil sie als Teil einer Gemeinschaft gebraucht werden. Ältere Menschen können nicht nur langjähriges Wissen in eine Organisation einbringen, sondern auch menschliche Kompetenzen, die man über die Zeit erwirbt. Wenn zudem Erwachsene die meiste Zeit an ihren Arbeitsorten sind und hier viel Austausch über berufliche Themen hinaus stattfindet, könnte man das berufliche Zusammensein auch dafür nutzen, den Kontakt zwischen den Generationen zu stärken – selbst wenn das neue Herausforderungen an die Führung von Mitarbeiter*innen stellt und neue Ideen dafür nötig sind, welche Arbeiten ältere Menschen übernehmen können, deren ursprünglicher Beruf sie zum Beispiel körperlich zu stark fordern würde.

Arbeit muss so gestaltet werden, dass Menschen durch sie nicht krank werden

Die Idee, insgesamt länger zu arbeiten, sollte zudem etwas anderes berücksichtigen, wenn sie Akzeptanz erfahren soll: Arbeit muss so gestaltet werden, dass Menschen durch sie nicht krank werden. Zu Recht wird bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit immer wieder eingebracht, viele Jobs seien gesundheitlich so belastend, dass die Mitarbeiter*innen dieser Berufszweige oft schon vor dem Rentenalter zu krank sind, um weiterzuarbeiten. Für diese Berufe ist selbst die 67 utopisch. Warum akzeptieren wir überhaupt noch, dass Arbeit krank machen kann? Wenn Deutschland sich für hohe Standards im Arbeitsschutz loben möchte, ist es widersprüchlich hinzunehmen, dass bestimmte Formen der Arbeit überdurchschnittlich oft Körper oder Psyche so stark belasten, dass sie auf Dauer zu bleibenden Schäden führen. Es ist ein Unterschied, ob man den Ruhestand genießen kann oder ihn mit Schmerztabletten verlebt. Die Antwort auf Überlastung sollte an erster Stelle nicht eine frühere Rente sein, weil nichts mehr geht, sondern eine deutliche Entlastung während der Zeit im Beruf, die gesundheitliche Schäden tatsächlich verhindert. 40 Stunden am Schreibtisch ruinieren den Rücken, 40 Stunden als Pflegekraft ruinieren ihn aber deutlich mehr.

Wir sollten Arbeitsbedingungen, deren gesundheitliche Folgen schon während des Erwerbslebens spürbar sind und erst recht danach, nicht als etwas Unveränderliches – »Das ist nun mal so« – akzeptieren, sondern immer wieder Ideen dafür finden, wie eine Arbeitswelt aussehen kann, in der sich niemand fragen muss, wie man das bloß bis zur Rente schaffen soll. Betroffen von diesem Gedanken sind übrigens nicht nur Menschen, die körperlich schwer arbeiten. In einem DGB-Report von 2019 zur so genannten Arbeitsintensität, die beschreibt, ob die Menge der Aufgaben von einer Person innerhalb ihrer Arbeitszeit zu bewältigen ist, wiesen naturwissenschaftliche und IT-Dienstleistungsberufe mit 35 Prozent die höchste Quote von quantitativ überforderten Mitarbeiter*innen auf. Häufige Anpassungsstrategien an eine zu hohe Arbeitsintensität sind die Reduzierung von Pausen, auch krank zur Arbeit zu kommen und Überstunden zu machen. Die Hälfte der Personen, die sich im Job überfordert fühlten, gab an zu glauben, dass sie ihren Job so nicht bis zur Rente schaffen werde. Die Digitalisierung macht es nicht leichter, bis ins hohe Alter zu arbeiten, wenn ihre ganz eigenen gesundheitlichen Risiken nicht schon jetzt ausgeglichen werden.

Zur Idee, erst mit einem höheren Alter vollständig in den Ruhestand zu gehen, kann es also ganz unterschiedliche Szenarien geben. Wir heben das Alter, ohne etwas Grundlegendes in der Arbeitswelt zu ändern, und nehmen die Effekte, die es sowohl für jede*n persönlich als auch gesellschaftlich hat, einfach hin. Eine positive Vision davon, länger im Beruf zu bleiben, könnte jedoch genauso bedeuten, die Arbeitswelt so zu verändern, dass Menschen gesund und gern noch mit 70 einen Teil ihrer Zeit mit dieser Beschäftigung verbringen. Der Ruhestand wäre weniger Sehnsuchtsort, weil wir das Leben davor schon genießen könnten, und auch die Menschen, die nur 65 Jahre alt würden, hätten bis zu diesem Zeitpunkt genug von ihrem Leben gehabt, genug Zeit für ihre Familie und Freund*innen. Quelle


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Die letzte Mail, ein letzter Gruß im Job.

So gelingt der Abschied aus dem Job.

Ob anstehende Rente oder Jobwechsel: Die Abschiedsmail entscheidet über den allerletzten Eindruck. Sorge dafür, dass die letzte Mail in positiver Erinnerung bleibt.

Mit der Abschiedsmail könnten sich Mitarbeiter ein letztes Mal an Kollegen und Chefs wenden – aber bitte nicht, um abzurechnen

Die einen wollen einfach nur einen sauberen Schlussstrich ziehen, die anderen in Erinnerung bleiben. Dabei können ein paar letzte Worte an die Kollegen, die Chefin oder auch die gesamte Abteilung helfen: professionell, kurz, nicht zu pathetisch.

„Arbeitsbeziehungen müssen doch nicht enden, nur weil man den Job wechselt oder aufgibt“, sagt Alexandra Gilde, Geschäftsführerin der Mitarbeiterberatung „Stg“. „Wer einen guten letzten Eindruck hinterlassen und Kontakte pflegen will, sollte sich deshalb auch angemessen verabschieden.“ An wen muss die letzte E-Mail adressiert werden, was steht im Betreff – und was sollte man besser lassen? Das Wichtigste im Überblick:

  1. Der richtige Zeitpunkt

Persönliche Verabschiedungen, Rechner abgeben, Abschlussgespräch: Wer am letzten Tag nicht in Zeitdruck geraten will, sollte schon ein paar Tage vorher anfangen, die E-Mail zum Abschied vorzubereiten: Wann muss man spätestens den Computer abgegeben und die E-Mail verschickt haben? An wen möchte man die Nachricht senden, wie muss sie entsprechend verfasst werden? Gildes Tipp: „Wer sich bei der richtigen Formulierung nicht sicher ist und nichts Unüberlegtes schreiben will, sollte den Text rechtzeitig von einer neutralen Person Korrektur lesen lassen – vor allem, wenn man unter schwierigen Bedingungen geht.“ Auch Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung sollte man noch einmal gründlich überprüfen, bevor man die Nachricht versendet.

Wann dafür der richtige Zeitpunkt ist, hängt auch vom eigentlichen Ziel ab: Eine reine Abschiedsmail kann man beispielsweise gut am Morgen des letzten Tages verschicken. Wer allerdings einen letzten Umtrunk plant, sollte ein paar Tage vorher darauf hinweisen, damit die Kollegen den Termin auch einplanen können.

  1. Wie man die E-Mail formulieren sollte

„Beim großen Verteiler gilt grundsätzlich: Je kürzer und knapper, desto besser„, rät Expertin Gilde. Wer sich stattdessen bei einer einzelnen Kollegin mit einer Anekdote verabschieden oder für ein Projekt bedanken möchte, kann ruhig konkreter werden – oder sich gleich ein letztes Mal persönlich austauschen.

Was die E-Mail mindestens enthalten sollte: den Anlass, einen Dank an die Kollegen und die eigenen Kontaktdaten. Beispielsweise könnte man schreiben: „Heute endet meine Mitarbeit im Projekt XY/ in diesem Unternehmen. Deshalb möchte ich mich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich würde mich freuen, mit Ihnen über YX in Kontakt zu bleiben – und wünsche Ihnen allen einen erfolgreichen Projektabschluss.

Gildes Tipp bezüglich der Kontaktdaten: „In einem großen, eher unpersönlichen Verteiler würde ich auf die Handynummer oder private Mailadresse verzichten und nur die Profile aus sozialen Netzwerken hinterlegen, zum Beispiel von gängigen Jobportalen wie LinkedIn oder Xing.“ Der Betreff sollte die Kernaussage der E-Mail zusammenfassen: „Abschied“ oder „Vielen Dank für die Zusammenarbeit“ könnte zum Beispiel dort stehen.

  1. Was man besser vermeiden sollte

Betreff: Was ich noch sagen wollte. Wer das Unternehmen unter schwierigen Bedingungen verlässt, sollte die letzte E-Mail nicht dafür nutzen, mit dem Betrieb abzurechnen oder bei Konflikten noch einmal alles richtigzustellen. „Rechthaberei zerstört Kontakte und zeugt eher von Hilflosigkeit, als dass es etwas verändern könnte – selbst, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt“, sagt Gilde. Auch in persönlicheren E-Mails sollte man Du-Botschaften und nachträgliche Beurteilungen vermeiden.

Ebenfalls besser vermeiden: Im großen Verteiler auf den neuen Arbeitgeber zu verweisen. Die ehemaligen Kollegen haben ja bereits die Kontaktdaten – und können so bei Bedarf mitverfolgen, wie es beruflich weitergeht.

  1. Darf man sich auch von Kunden verabschieden?

Nur, wenn man es vorher mit den Vorgesetzten abgestimmt hat. Grundsätzlich gilt laut Expertin Gilde aber: „Man sollte sich von allen Menschen verabschieden, die im Arbeitsumfeld wichtig waren – also auch von den Kunden.“ Sie sollten rechtzeitig darüber informiert werden, dass man das Unternehmen verlässt und wer nun verantwortlich ist. Dafür sollte man allerdings eine weitere Mail verfassen – in Absprache mit dem Nachfolger und dem Chef. So gewährleistet man eine saubere Übergabe und schreibt nichts, was nachher negativ auf das Unternehmen zurückfallen könnte. Quelle

Das unvergessene Finale gibt Dir Tipps, wie Du positiv nach einem Fachgespräch in Erinnerung bleibst.


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Was Hänschen nicht lernt, lernt eben Hans!

Mit Weiterbildung zum Arbeitsmarkt der Zukunft

In Deinem Unternehmen wird jeder Stein umgedreht? Deine Chefin spricht nur noch von Digitalisierung, Big Data und neuen Prozessen? Keine Panik. Wer sich weiterbildet, ist für die neuen Herausforderungen bestens gewappnet, wie das Beispiel der Schreinerei Ackermann zeigt.

Im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie kennt Alexander Bart jeden Winkel. Er und seine Kolleginnen und Kollegen bauten das Modell des Konzertsaals, an dem sich der japanische Akustik-Designer Yasuhisa Toyota orientierte. Damals war Bart noch im Produktionsbereich der bayerischen Schreinerei Ackermann tätig. Von 2015 bis 2017 machte er eine Weiterbildung zum technischen Produktdesigner. Ein Schritt, über den er nachhaltig froh ist. „Die Weiterbildung hat mein Berufsleben bereichert. Heute arbeite ich nicht mehr nur körperlich, sondern überwiegend mit dem Kopf“, sagt Bart. Dank digitaler Technologien hat das Unternehmen Projekte und Kunden auf der ganzen Welt.

Für den Geschäftsführer Frank Ackermann ist Weiterbildung elementarer Bestandteil des Berufsalltags. „In internen Wissenstandems teilen Kolleginnen und Kollegen ihr Know-how untereinander, externe Fachleute geben Schulungen zu speziellen Planungs- und Konstruktionsprogrammen, einmal wöchentlich findet nach Feierabend ein freiwilliger Englischkurs statt. Aktuell arbeiten wir an einem Firmen-Wiki, in dem unser Fachwissen systematisch und für alle zugänglich digitalisiert wird“, erzählt der Unternehmer.

Digitalisierung? Kein Grund zur Panik

Der Umbruch ist in vollem Gange – und sorgt mitunter für Verunsicherung unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Wird ein Roboter oder eine künstliche Intelligenz meinen Job übernehmen? Reicht meine Qualifikation aus, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden?

Die erste gute Nachricht: Die Angst, dass digitale Technologien Arbeitsplätze kosten könnten, halten viele Expertinnen und Experten für unbegründet. Die Arbeitswissenschaftlerinnen Katharina Dengler und Britta Matthes vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermitteln in regelmäßigen Abständen das Substituierbarkeitspotenzial von Berufen. Also den Anteil der Tätigkeiten, die bereits heute von Computern erledigt werden können, und sie stellen fest: „Ein hohes Substituierbarkeitspotenzial muss nicht heißen, dass viele Menschen zukünftig durch die fortschreitende Digitalisierung aus dem Arbeitsmarkt verdrängt werden. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass bis 2025 1,3 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, aber 2,1 Millionen neue entstehen.“

„Die Arbeit wird uns nicht ausgehen, aber sie wird eine andere sein und darauf möchten wir Beschäftigte und Unternehmen mit geförderter Weiterbildung vorbereiten“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Das beste Beispiel ist die Tischlerei Ackermann: „Wir haben die einfachen und eher langweiligen Aufgaben in unserem Unternehmen wegrationalisiert und brauchen trotzdem mehr Angestellte als früher“, erklärt Geschäftsführer Frank Ackermann. In den vergangenen dreißig Jahren wuchs die Firma von 20 auf heute 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben elektronisch gesteuerten Maschinen ergänzen zwei Laser und ein Fräsroboter mittlerweile die Belegschaft. Für Bart und Ackermann ist die Antwort auf einen erfolgreich gestalteten digitalen Wandel Weiterbildung.

Seit Jahresbeginn ist das Qualifizierungschancengesetz in Kraft. „Es geht darum, aus technologischem Wandel sozialen Fortschritt zu machen. Damit uns das gelingt, müssen wir vor allen Dingen auf eine gute Ausbildung und auf Weiterbildung setzen“, sagt Heil. Das Gesetz und die Nationale Weiterbildungsstrategie ermöglichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen leichteren Zugang zu Weiterbildung.

Weiterbildung durch Qualifizierung
BMAS Infografik: Mehr Chancen durch Qualifizierung

Was Hänschen nicht lernt, lernt eben Hans!

Eine Auffassung, die auch der IAB-Arbeitsmarktforscher Thomas Kruppe teilt: „Für jede erwerbstätige Person bedeutet Weiterbildung den Erhalt und die Weiterentwicklung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit.“ Das betrifft das technologische Wissen, aber auch Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit oder Selbstmanagement. Wer sich im Berufsleben weiterbildet, festigt nicht nur seine Position im aktuellen Job. Zugleich steigt auch die Chance für einen Aufstieg auf der Karriereleiter. Laut einer Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat eine berufliche Weiterbildung bei zwei Dritteln der Befragten positive Auswirkungen auf die berufliche Entwicklung. Dabei ist Lernen keine Frage des Alters. „Die Lernfähigkeit selbst nimmt nicht ab, allenfalls lässt die Lerngeschwindigkeit etwas nach“, sagt Christian Stamov Roßnagel, Professor an der Jacobs University Bremen. Das Sprichwort „Was das Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist bei älteren Beschäftigten nichts anderes als ein großer Irrtum.

Für Produktdesigner Alexander Bart lag die größte Herausforderung seiner Weiterbildung darin, sich theoretisches Wissen anzueignen: „Wenn man schon lange aus der Schule raus ist, fällt einem das Büffeln schwerer. Da sind Disziplin und intensives Lernen gefragt.“

Der Trend für die Zukunft ist klar: Lebens- und berufsbegleitendes Lernen macht fit für den digitalen Wandel. „Letztlich ist alles eine Frage der Einstellung“, so Bart. „Wer will, kann auch noch mit vierzig eine Weiterbildung machen.“

Bundesagentur für Arbeit finanziert Weiterbildung

Dank des Qualifizierungschancengesetzes übernimmt die Bundesagentur für Arbeit ganz oder teilweise die Kosten der beruflichen Weiterbildung und zahlt einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt (siehe Grafik). Wichtig: ohne Beratung keine Förderung. Eine individuelle Beratung bieten die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter. Erste Anlaufstelle ist die Website der Bundesagentur für Arbeit

Förderung wird ausgebaut

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stellte kürzlich das geplante „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ vor, das auf dem Qualifizierungschancengesetz aufbaut. Es sieht unter anderem vor, die Kurzarbeit stärker zur Weiterbildung und Qualifizierung zu nutzen.


 Das Arbeitsamt oder Jobcenter fördert auch
bei Arbeitslosigkeit ein JobCoaching


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Videobotschaft zur JobFindung

Per Video zur Jobzusage

Schnell gedreht, schnell verschickt: Immer häufiger sollen Bewerber Videos statt Anschreiben einreichen. Doch viele machen dabei einen entscheidenden Fehler.

Vor allem für junge, technikaffine Menschen ist eine Videobotschaft eine Alternative zur klassischen Bewerbung

Die junge Frau trägt Turnschuhe und Sportkleidung, sie lächelt breit in die Kamera. „Seitdem ich online von der Stelle erfahren habe, habe ich nur noch eins im Kopf: das perfekte Video zu drehen“, sagt sie. Die Frau möchte ein duales Studium beim Sportartikelhersteller Adidas absolvieren – und hat dafür statt eines klassischen Anschreibens ein Video eingereicht, das sie später selbst bei YouTube veröffentlichte.

Neben Adidas setzen immer mehr Unternehmen auf die Videobewerbung. „Wir können einen deutlichen Trend erkennen“, sagt Andreas Wartenberg, Geschäftsführer der Personalberatung Hager. Immer häufiger ergänzten Arbeitgeber den traditionellen Bewerbungsprozess mit modernen Medien.

Doch ist es wirklich so einfach: Schnell ein Video drehen, abschicken – schon hat man den Job?


Wie Unternehmen die Videobewerbung einsetzen

Laut Personalberater Wartenberg sollten Bewerber das Video als einen Zusatz zu ihrer eigentlichen Bewerbung betrachten. „Ähnlich wie ein Zeugnis sagt ein Video viel über einen Kandidaten aus“, sagt er. Wenn etwa ein Callcenter viele neue Mitarbeiter brauche, könne ein Video einen schnellen Überblick über die Sprachfähigkeit der Kandidaten geben. Auch für Managementpositionen reichten Bewerber inzwischen häufig Videos ein, um einen ersten persönlichen Eindruck zu geben.

Bei Daimler TSS, einer Tochterfirma des Autoherstellers, ist die Einsendung eines Videos der erste Schritt eines längeren Verfahrens. Bewerber sollen ein Video von 15 Sekunden Länge drehen – weitere Vorgaben gibt es nicht. „Die Bewerber können das Video frei gestalten“, sagt Heike Tyrtania, Personalchefin bei Daimler TSS. Wer besteht, darf zum persönlichen Gespräch kommen – und muss dann auch einen Lebenslauf nachreichen.

Bei Adidas gilt: Wer Trainee werden will, muss ein Video einsenden. Höchstens eineinhalb Minuten darf es lang sein. „Bewerber sollten sich unbedingt an diese Zeitvorgabe halten“, sagt Recruiterin Kristina Schulte. Ansonsten gebe es kaum Einschränkungen – Sportkleidung sei passend zum Unternehmen natürlich lieber gesehen als Anzug und Krawatte.

Wie ausgefallen sollte das Video sein?

Eine besondere Bewerbung schickte Page Kemna aus dem amerikanischen Denver ab: Sie schrieb einen Song, in dem sie all ihre Stärken besang – und gleichzeitig ihr musikalisches Talent zeigte. Dieses Video schickte sie anschließend potenziellen Arbeitgebern zu.

Ganz so professionell muss es laut Personalchefin Tyrtania nicht sein. Am wichtigsten sei die Authentizität des Bewerbers. „Es bringt nichts, sich im Video zu verstellen. Das würde man ja auch nicht durchhalten, wenn man den Job bekommt“, sagt Tyrtania. Es wirke eher befremdlich, wenn eine Bewerberin anscheinend sehr viel Zeit in die Dreharbeiten gesteckt habe – ein perfektes Video sei nicht nötig, um zu überzeugen.

Eine Bewerberin habe ihre Geschichte erzählt und dazu Skizzen gezeichnet. Laut Tyrtania einfach, aber gut: „Es ist wichtig, dass der Bewerber im Video seine Persönlichkeit zeigt. Das muss nicht aufwendig sein“, sagt Tyrtania.

Eine der besten Bewerbungen, die sie erhalten habe, sei ganz schlicht gewesen. Darin filmte ein Bewerber sich selbst und beantwortete zwei einfache Fragen: Was kann ich? Und warum will ich bei diesem Unternehmen arbeiten? „Er brachte das so prägnant auf den Punkt, dass es hängen blieb“, sagt Tyrtania.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Doch eine Videobewerbung könne auch kontraproduktiv sein, so Personalberater Wartenberg. Sie sollte einer bestimmten Qualität entsprechen und Professionalität vermitteln. „Mal eben schnell auf dem Sofa einen Text einsprechen, das kommt nicht gut an“, sagt Wartenberg.

Wichtig sei auch, mit der Technik vertraut zu sein. Junge Menschen seien grundsätzlich besser darauf vorbereitet. „Ältere Bewerber ohne hohe Technikaffinität sollten sich am besten beim Videodreh Unterstützung holen“, so Wartenberg. Professionelle Onlineportale böten ein gutes Angebot.

Und trotzdem: „Ein Ersatz für das direkte Kennenlernen ist das Video nicht. Wir sind Menschen und der persönliche Eindruck zählt immer am stärksten“, sagt Wartenberg. Quelle

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